Lehrer im Streik

- Kolumbiens Pädagogen fordern ein gerechteres Bildungssystem. Regierung will nicht dafür bezahlen

Veröffentlicht in der junge Welt (jW) vom 19.05.2017

Am Mittwoch sind die Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Lehrergewerkschaft ­Fecode fortgesetzt worden. Gleichzeitig befinden sich die Pädagogen weiterhin im Streik. Die Fecode hatte die 350.000 Lehrer am 10. Mai zu einer unbefristeten Arbeitsniederlegung aufgerufen und damit zwei Monate laufende Gespräche mit der Regierung über Verbesserung im desolaten Bildungsbereich unterbrochen. (weiter…)

Wohin entwickelt sich der Friedensprozess in Kolumbien?

- Eine Analyse zur Geschichte und Entwicklung des Friedensprozesses in Kolumbien: Über die beteiligten Akteure, die sozialen Bewegungen, die Chancen und Risiken

Veröffentlicht in der Perspektive am 17.05.2017

Seit 2012 befindet sich die linke kolumbianische Guerilla Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee (FARC-EP) in Verhandlungen mit dem derzeitigen Präsidenten Kolumbiens, Juan Manuel Santos. Dieser löste den rechtsradikalen Hardliner Alvaro Uribe Velez ab, der während seiner Präsidentschaft zwischen 2002 und 2010 mit US-Militär- und Finanzhilfe im Rahmen des Plan Colombia den sogenannten guerra sucia (Schmutziger Krieg) gegen die Guerilla und ihre zivile Basis führte. Ziel der `Junta Uribe‘ war die vollständige militärische Niederschlagung des Aufstands linker Guerillagruppen, der seit Beginn der 60er Jahre in dieser Form das politische Koordinatensystem des Landes bestimmt. Es war die Rede davon, `dem Fisch das Wasser zu entziehen‘. (weiter…)

Gerechtigkeit und Frieden

- Die kolumbianischen Guerillagruppen ELN und FARC-EP berieten in Havanna über ein Ende der Konflikte in ihrem Land

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 16.05.2017

Vergangene Woche trafen sich die Führungsebenen zweier der ältesten Guerillagruppen des südamerikanischen Kontinents in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Anlass des Zusammentreffens war der Austausch gemeinsamer Erfahrungen im Dialog mit der kolumbianischen Regierung, das Beilegen regionaler Differenzen, sowie einer gemeinsamen Strategie für einen sogenannten Paz (weiter…)

Zusammenstöße im Chocó

- Die Armen gehen in Kolumbien erneut auf die Straße

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 13.05.2017

Im kolumbianischen Departamento del Chocó sind im Rahmen eines Generalstreiks am Mittwoch Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Während der zahlreichen Demonstrationen kam es zu militanten Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und der »Aufstandsbekämpfungseinheit« ESMAD. »Die Polizei feuert Tränengas. Die Leute werfen mit Steinen. Alle rennen«, berichtete ein Reporter des lokalen Nachrichtenportals Semana. Ein Polizist soll mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Über verletzte Demonstranten schwieg sich Semana aus. (weiter…)

Frauen für den Klassenkampf

- Argentinien: Tausende Teilnehmerinnen bei Demonstrationen am 8. März. Organisatorinnen betonen die Bedeutung der sozialen Frage

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 10.03.2017

Unter dem Slogan »Nicht eine weniger! Nicht eine Tote mehr! (Ni una menos, ni una muerta mas!)« waren im Oktober vergangenen Jahres Zehntausende Frauen in Argentinien auf die Straße gegangen. Anlass waren die sich häufenden Gewaltverbrechen gegen Frauen, die durch die wachsende feministische Bewegung im südamerikanischen Land publik gemacht wurden. Im Jahr 2016 wurden nach bekannten Zahlen insgesamt 226 Frauen aus frauenfeindlichen Motiven heraus ermordet. Im Jahr 2017 sind bereits 57 Fälle bekannt geworden. Für nachhaltige landesweite wie internationale Empörung hatte die brutale Ermordung der 16jährigen Lucia Perez aus Mar del Plata am 8. Oktober gesorgt. Auch beim Nationalen Frauentreffen in Rosario, an dem am ersten Oktoberwochenende bis zu 70.000 Menschen teilgenommen und über die wachsende Diskriminierung von Frauen diskutiert hatten, war es zu gewalttätigen Übergriffen durch staatliche Sicherheitskräfte gekommen. Bei der traditionellen Abschlussdemonstration, die vor die örtliche Kirche zog, um die Rolle der katholischen Kirche in der Debatte um Abtreibung kritisch zu thematisieren, hatte die argentinische Polizei die Frauen mit Gummigeschossen und Tränengasgranaten beschossen. (weiter…)