Frauen für den Klassenkampf

- Argentinien: Tausende Teilnehmerinnen bei Demonstrationen am 8. März. Organisatorinnen betonen die Bedeutung der sozialen Frage

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 10.03.2017

Unter dem Slogan »Nicht eine weniger! Nicht eine Tote mehr! (Ni una menos, ni una muerta mas!)« waren im Oktober vergangenen Jahres Zehntausende Frauen in Argentinien auf die Straße gegangen. Anlass waren die sich häufenden Gewaltverbrechen gegen Frauen, die durch die wachsende feministische Bewegung im südamerikanischen Land publik gemacht wurden. Im Jahr 2016 wurden nach bekannten Zahlen insgesamt 226 Frauen aus frauenfeindlichen Motiven heraus ermordet. Im Jahr 2017 sind bereits 57 Fälle bekannt geworden. Für nachhaltige landesweite wie internationale Empörung hatte die brutale Ermordung der 16jährigen Lucia Perez aus Mar del Plata am 8. Oktober gesorgt. Auch beim Nationalen Frauentreffen in Rosario, an dem am ersten Oktoberwochenende bis zu 70.000 Menschen teilgenommen und über die wachsende Diskriminierung von Frauen diskutiert hatten, war es zu gewalttätigen Übergriffen durch staatliche Sicherheitskräfte gekommen. Bei der traditionellen Abschlussdemonstration, die vor die örtliche Kirche zog, um die Rolle der katholischen Kirche in der Debatte um Abtreibung kritisch zu thematisieren, hatte die argentinische Polizei die Frauen mit Gummigeschossen und Tränengasgranaten beschossen. (weiter…)

Angriff gegen Repressionskräfte

- Kolumbianische Guerilla ELN bekennt sich zu Bombenanschlag auf Polizeieinheit

Veröffentlicht in der jungen welt (jW) vom 01.03.2017

Am 19. Februar detonierte in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota ein mit Bleikugeln gefüllter Sprengsatz. Die Explosion ereignete sich in den Morgenstunden nahe der Stierkampfarena im zentralen Bezirk La Macarena. Getroffen wurden hauptsächlich staatliche Sicherheitskräfte, die zum Schutz einer Stierkampfveranstaltung eingesetzt waren. 27 Personen – darunter 25 Polizisten und zwei Passanten – wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Ein Beamter starb inzwischen an seinen Verletzungen. Kurz nach dem Anschlag hatte die kolumbianische Polizei den Verdacht äußert, dass eine militante Zelle der marxistischen Guerillagruppe »Nationale Befreiungsarmee« (ELN) hinter dem Anschlag stecken könne. Zuvor waren bereits militante Tierschützer unter Verdacht geraten. »Wir verurteilen den Angriff auf Polizisten, die die Sicherheit in La Macarena garantieren sollten. Die Ermittlungen müssen Fortschritte bei der Ergreifung der Verantwortlichen liefern«, hatte der derzeitige Präsident Kolumbiens, Juan Manuel Santos, kurz nach dem Anschlag per Twitter erklärt. (weiter…)

Kein Frieden für die Bauern

- Landarbeiter protestieren gegen Zerstörung von Kokafeldern in Kolumbien. Programme für alternative Bewirtschaftung gefordert

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 28.02.2017

In Kolumbien hat die Basisgewerkschaft der Koka- und Marihuanabauern Coccam am vergangenen Dienstag ihre Mitglieder in der Provinz Nariño im Süden des Landes zu einem unbefristeten Streik aufgerufen. Seither prägen tägliche Straßenblockaden und Mahnwachen das Bild in der Agrarprovinz. In der Hauptstadt Tumaco con Pasto demonstrierten am vergangenen Donnerstag 1.200 Bauern gegen die Zerstörung ihrer Plantagen durch das Militär und für eine freiwillige Substitutionspolitik, wie sie in den Friedensverträgen von Havanna zwischen der marxistischen FARC-Guerilla und der Regierung in Bogotá vereinbart worden war. Die Behörden setzten die berüchtigten Aufstandsbekämpfungseinheiten Esmad gegen die Streikposten und Blockierer ein. Mit Tränengas, Gummigeschossen und Schlagstöcken gingen die Beamten gegen die demonstrierenden Landarbeiter vor. »Die nationale Regierung muss sofort die gewalttätigen Ausrottungsaktionen einstellen, weil keine Alternativen zur ökonomischen Entwicklung in diesen Gebieten existieren. Wir sind Opfer des Vergessenwerdens durch den Staat«, heißt es in einem von der Coccam am Samstag veröffentlichten Statement. (weiter…)

,,Internationalismus ist die Strategie über Grenzen hinweg Antworten auf soziale Probleme zu finden“

- Ein Interview mit der Soli-Gruppe Interbrigadas aus Berlin

Auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz, die traditionell jedes Jahr zum Gedanken an die von Freikorps ermordeten KomunistInnen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stattfindet, hatte ich dieses Jahr die Möglichkeit ein Interview mit einer langjährigen Solidaritätsgruppe aus Berlin zu führen. Die Gruppe Interbrigadas eV besteht bereits seit 10 Jahren und verbindet einen Ansatz von politischer Bildung und Vernetzung mit konkreter internationaler Solidaritätsarbeit vor Ort. Wie das Ganze entstanden ist, was die GenossInnen gerade so machen und wie sie das alles organisieren, findet ihr im nachfolgenden Interview.
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Schwieriger Weg zum Frieden

- Die kolumbianische Guerilla ELN führt wieder Gespräche mit der Regierung. Sie setzt auf die Beteiligung sozialer Basisbewegungen

Veröffentlicht in der jungen Welt (jW) vom 09.02.2017

Seit vergangenem Dienstag befindet sich die marxistische Guerilla »Nationale Befreiungsarmee« (ELN) erneut in Verhandlungen mit der kolumbianischen Regierung um Präsident Juan Manuel Santos. Die Gespräche werden in den kommenden Monaten in der Hacienda Cashapamba außerhalb der ecuadorianischen Hauptstadt Quito stattfinden und von den Garantiemächten Norwegen, Chile, Venezuela, Kuba und Ecuador begleitet werden. (weiter…)